Ein bisschen Presse

Über unsere Mailingsliste wurde gestern ein Link zu einem Spiegel-Online Artikel geschickt. Ich habe ihn mal auf diese Seite gestellt, weil er deutlich ein Problem beschreibt, mit dem wir noch zu tun haben werden. Hier ein Ausschnitt: “Studenten machen sich selbst zum passgenauen Firmenfutter. Ultra-pragmatisch perfektionieren sie ihre Lebensläufe, straff, stur, strategisch. Doch bei allem Ehrgeiz vergessen sie das Wichtigste: Manchmal sind die krummen Wege die geraden.”

Ein nächste Artikel,  erschien am 4.2 im Berliner Tagesspiegel. Für alle die mal wissen möchten was unser Bildungssenator Jürgen Zöllner plant und die wissen wollen, was eigentlich ein Preismodell ist. So geht er los: Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner schlägt den Hochschulen Preise für Leistungen im Rahmen der neuen Hochschulfinanzierung vor: 13 000 Euro für einen Jura-Studenten, 25 000 Euro für Migranten, die ein Lehramtsstudium aufnehmen.”

Zuletzt:  Wann fangen die, die Lehren denn endlich mal an sich zu wehren?  Hier ein  Artikel über die Situation der Lehrbeauftragten auch aus dem Tsp. vom 4.2.10. “Lehrbeauftragte stemmen einen Großteil der Lehre an den deutschen Hochschulen – oft in prekären Jobs. Für die Unis haben Lehrbeauftragte klare Vorteile: Sie sind flexibler im Kursangebot.”



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Was machen wir hier eigentlich – PhysikerInnen im Streik?

Seit zwei Monaten sind die PhysikerInnen der TU-Berlin jetzt aktiv. Viel hat sich getan, viel muss noch getan werden.

Warum haben wir eigentlich angefangen? Am Anfang ist es ein Gefühl, der Bauch gibt uns zu verstehen, dass etwas nicht stimmt und wir entschließen uns etwas zu tun. Meistens gehen wir dann in die Strukturen eines schon bestehenden Protestes. Bei uns war es der Bildungstreik. Aber  haben wir konkrete Forderungen? Wenn ja, an wen?

Worum geht es uns eigentlich? Wir haben einen Forderungskatalog, oder besser eine öffentliche Diskussionsgrundlage für einen Katalog. Aber die einzige umfassende Forderung, die mir für uns momentan Sinnvoll erscheint ist: “Verhandeln auf gleicher Augenhöhe!”. Das klingt banal und überflüssig. Ist es aber nicht!

Wenn wir mit dem Presidenten der TU darüber sprechen  wie wir unser System nachhaltig verändern wollen, müssen wir uns Respekt und Vertrauen, die für ein so großes Projekt notwendig sind,   erst verdienen. Genauso wie wir Vertrauen auch nicht verschenken. Das ist ganz schön schwer.

Um es gleich hier einzuflechten: Freundlich am Tisch mit der Unileitung zu sitzen, heißt für mich  mitnichten “konform” zu sein. Ich habe nie verstanden warum es bei den Studenten oft zum guten Ton gehört, gleich am Anfang von Diskussionen rumzupöbeln, wenn Unipresidenten oder Politiker auftauchen. Wir Verhandeln freundlich, aber nicht nachgiebig in unseren Zielen. Denn wir sind überzeugt Lösungen zu haben!

Es ist leicht Forderungen nach mehr zu formulieren. Mehr Geld, mehr Zeit, mehr Stellen, mehr akademischer Gedanke, mehr Gesellschaftskritik. Doch wer soll unsere Forderungen umsetzen und wie selbstbestimmt sind wir dann noch? Sind nicht wir die Experten wenn es um Bildung geht?  Das sagen wir ja immer.

Ja, dann müssen wir doch das System durch Ideen ändern, anstatt von der Politik bessere Konzepte einzufordern. Schlimmer noch, wir müssen diese Ideen auch noch umsetzen. Mal ehrlich, was hilft es Forderungen an Menschen zu stellen, die sie nicht erfüllen können, weil sie einfach keinen Weg mehr haben.

Keiner in diesem Lande, weiß gerade in welche Richtung wir gerade als Gesellschaft laufen, erst recht nicht, was Bildung Heute eigentlich ist. Keiner, aber wir können vielleicht einen Ansatz schaffen.

Das ist der Mittelpunkt unserer Aktivitäten. Zum einen beschäftigen wir uns mit der Problematik im Bildungssystem, um begründet Kritik üben zu können. Dazu gehören z.B. die Themen Haushalt, Qualitätssicherung der Unis, Studienordnungen, Landespoltik und Uni, Bundespolitik und Uni usw. Die Punkte,  für die wir konkrete Ideen haben, besprechen wir, je nach Zuständigkeit, an runden Tischen in den Fakultäten oder mit dem Presidenten der TU.

Zum anderen versuchen wir herauszuarbeiten, wie diese Argumente mit einer Gesellschaftskritik zu verknüpfen sind. Hier liegt noch eine Menge Arbeit vor uns, vor dem Protest. Den wollen wir im Sommersemester beginnen. Momentan ist unsere Aktionsform, mit der wir uns als Teil des Bildungsprotestes sehen, die der offenen Uni. Selbstbestimmt Lernen und Lehren, ist ein Projekt, das uns viel abfordert. Denn die Verantwortung, die wir tragen ist echt. Wir beginnen unser Leben in die Hand zu nehmen.

Im April werden wir schon auf vier Monate des Projekts 2010 zurückblicken. Unsere Erfahrungen werden dann unsere Stärke sein, denn wir haben nicht vor in unserem Haus zu bleiben!

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Dürfen Lehrende das Lehren lernen wärend sie Lernende unterrichten?

Gestern hatte ich eine interessante Diskussion im Schurkenkeller.  Wir hatten uns über die studentischen Lehrveranstaltungen unterhalten, die diese Woche bei uns in der Uni angelaufen sind. Am Morgen wurde  gerade eine Einführung in die Bedienung der  Oszilloskope angeboten, die anscheinend viel Freude bereitet hat.  Irgendwie sind wir dann auf die Qualifikation der Lehrenden zu sprechen gekommen.

Dürfen, oder besser, sollten Menschen, die selber keine Lehrerfahrung haben, Lehrveranstaltungen durchführen?

Ich denke, unbedingt!

Das alte Modell, mit dem wir uns herumschlagen, setzt voraus, dass der/die Lehrende einen Masterplan für den Unterricht hat.  Wenn der Schüler also nur das macht, was der Lehrende sagt, sollte er Erfolg haben, was meistens auch nur heißt irgendeine Prüfung zu bestehen. Was der Mensch in diesem System nicht lernt, ist Fragen zu stellen. Warum auch immer.

Fragen stellen, wissen was man wissen möchte, erkennen wo gerade die Mauer im Kopf ist und warum. Das sollte Inhalt einer Ausbildung sein! Das Lernen zu lernen, ist vielleicht die anspruchvollste Aufgabe im Leben.

Im ganzen Leben.

Nicht nur die ersten 20 Jahre. In der Schule ignoriert, in der Universität vorrausgesetzt, wabern diese Topics unter dem Trendwort “Softskills” durch unsere Welt.  Da gibt es dann auch Seminare, die  von “Coaches” gemacht werden.

Softskills…  –    Bullshit!

Wie kann man sich etwas mal nebenbei, irgendwann als zusätzliche Fortbildung oder “Training”  aneignen, was doch eigentlich ganz an den Anfang gehört? Kritisches, hinterfragendes, selbstmotiviertes Lernen ist Vorraussetzung für ein selbstbestimmtes, freies und gleichberechtigtes Leben in der Gesellschaft. Jetzt schaut Euch unser Bildungssystem an! Die Schulen und Universitäten bilden nicht den Menschen als Person,  sondern erzeugen Fachkräfte für Arbeit, die nicht mehr gebraucht wird. Warum? Warum auch immer.

Wir sollten aussteigen aus diesem festgefahrenen System.

Es geht also um  die  studentischen Lehrveranstaltungen.

Gibt es schlechte LehrerInnen? Natürlich gibt es die. Ich kenne sogar ein paar. Aber es gibt halt auch schlechte SchülerInnen. Sie sind dann schlecht, wenn sie sich fragenlos in den Unterricht setzen, in der Hoffung, der/die LehrerIn hat diesen einen Ansatz, sagt diesen einen Satz, der alles verständlich werden lässt. Es gibt diesen Ansatz, aber den kann eben nur der/die StudentIn selber kennen.

Es ist die Verantwortung des Schülers, der Schülerin den Lehrern zu sagen was er/sie wissen möchte oder nicht versteht und warum nicht. Wer das kann, war schon erfolgreich, im Leben, nicht in Klausuren. Es ist dann aber auch die Verantwortung des Lehrers, der Lehrerin die Schüler in ihrem Tasten nach Fragen ernst zu nehmem und zu leiten. Da haben sie es genauso schwer wie die Schüler. Der/die LehrerIn muss also, um eine gute Lehre zu machen, ständig von den Schülern lernen, sein/ihr Leben lang.

Treiben wir es auf die Spitze. Ein Mensch, der mit guten Ideen und Bildern im Kopf einen Kurs macht, besitze nicht die Fähigkeiten sie verständlich darzulegen. Ist der Kurs jetzt schlecht und überflüssig?

Hätte ein Buch zum gleichen Thema nicht ausgereicht? Nein!  Der Kurs muß nicht schlecht sein. Er ist nur anders als der Untericht,  den wir kennen. Denn hier sind auf einmal die Lernenden, die Kursteilnehmer in der Rolle des Lehrers. Ihre Fragen, ihre Interessen und ihr Feedback sind es nun, die den Lehrer unterrichten!

Die Lernenden müssen sich also vom Lehrenden emanzipieren, damit der Unterricht nachhaltig wird. Aus Frontalunterricht wird ein Gespräch, aus Langeweile wird eine Erfahrung. Jeden Tag.

Dieser Weg ist sicherlich für alle Parteien  der spannenste, aber auch der anstrengenste. Lasst uns zu den studentischen Lehrveranstaltungen gehen! Egal wer vorträgt. Manchmal wird uns von einem begnadeten Redner ein wunderbares Bild geschenkt werden, manchmal werden wir  dem Vortragenden helfen seine ersten Schritte an der Tafel zu machen. Aber immer werden wir Neues lernen, über das Fach, über die anderen und über uns. Ich glaube so geht Revolution.

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Salut Lesende!

Das ist mein Blog. Offensichtlich. Warum mache ich den? Er dient der Öffnung meines Kopfes. Ich bin da in so ein Projekt reingerutscht,   in dem es mir dienlich scheint,  so viele Gedankengänge wie möglich nach außen zu tragen. Projekt2010, “Commitment”.  Wir wollen nichts weniger als unsere Universität neu gestalten, das Bildungsystem grundsätzlich verändern, in dem wir unser Leben konsequent mit unseren Händen gestalten. Unsere Ideen, unsere Verantwortung, unsere Freiheit. Wir sind Teil des Bildungsstreiks, doch unsere Motto ist nicht “Besetzen” sondern “Öffnen”!  Hier möchte ich unserem Motto folgen und Euch alles darlegen, was sich lohnt von mir zu wissen.

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